Aus den Häusern 20. Dezember 2017

Ein Fest unter Freunden

Konzert gestern im Opernhaus: Seit 25 Jahren ist die Welt der Oper wieder am Theaterplatz daheim --

Auf den Tag genau nach 25 Jahren feierte die Chemnitzer Oper ihr Haus mit einem Festkonzert. Am 19. Dezember 1992 hatte sich zum ersten Mal nach einem vierjährigen Umbau wieder der Vorhang gehoben – damals für „Parsifal“, gestern für ein buntes Programm mit Opern-Highlights. Mit dabei viele, die damals schon verantwortlich dabei waren, Rolf Stiska etwa, der Generalintendant, und Michael Heinicke, dessen langjähriger Operndirektor. Sie drückten unzählige Hände: „Schön, Sie gesund wiederzusehen“.

Mit dabei auch viele, die im Lauf der Zeit auf der Bühne standen: die attraktive Grande Dame Svetlana Katchour darunter, Astrid Weber mit ihrer nach wie vor großen Stimme und Nancy Gibson, die Leiterin der Städtischen Musikschule, die immer noch prächtig in ihr Pénélope-Kostüm von dermaleinst passt. Und eine, die verriet, wie man als Rumänin österreichische Kammersängerin wird: „Indem man 1983 nach Karl-Marx-Stadt geht“. Ildikó Raimondi sang damals im Karl-Marx-Städter Opernchor, heute ist sie nach erfolgreicher internationaler Karriere Professorin für Sologesang in Salzburg.

Edward Randall, mittlerweile Urgestein in Chemnitz, fasste Konzertmeister Hartmut Schill kumpelhaft an der Schulter statt Pfötchen zu drücken, die Gäste Zurab Zurabihvili, Roman Trekel und Ina Yoshikawa fühlten sich in der freundlichen Atmosphäre gleich wie zuhause, Sylvia Rena Ziegler und Matthias Winter gehören dort eh hin, ebenso wie die Robert-Schumann-Philharmonie. Und seit jüngster Zeit Guillermo García Calvo, dem sie mit dem Vorspiel zur Zarzuela „La revoltosa“ bewies, dass auch Sachsen spanisches Temperament haben können.

Dass ein Intendant sein Publikum lobt – klar. Macht jeder Entertainer. Aber Christoph Dittrich, der das Festkonzert munter plaudernd moderierte, weiß aus innerer Überzeugung, dass er zu echten Freunden sprach. Die Chemnitzer lieben ihre Oper – es war eine gute Investition der Stadtväter von dereinst, ein solch schönes, praktisches und zur Kreativität aufrufendes Haus zu schaffen. Vielleicht wird ja noch mehr daraus, wenn sich die Erweiterungs-Pläne verwirklichen lassen – Baubürgermeister Stötzer hat es gehört. Er war da. Vorerst ließ erstmal der Chor die Gedanken fliegen – in Verdis Gefangenenchor aus Nabucco.

Zum Ende hin gab’s gesungene und getanzte (Nela Mrázová und Milan Maláč - Choreografie: Sabrina Sadowska) Blumen aus „Lakmé“ von Léo Délibes, und ganz am Schluss nach dem perlenden Champagnerschlürflied aus der „Traviata“ (Katchour, Trekel, Chor und alle Solisten) rote Rosen als Dank.

Verbal übermittelte der Generalintendant diesen Dank auch an die Mitglieder des Theaterfördervereins. Er wurde just damals vor 25 Jahren gegründet und hat seither viel für das Theater geleistet. Wie das echte Freunde füreinander tun.

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