Rund ums Theater 09. September 2017

Kaltstart in eine heiße Spielzeit


Fast 4000 fröhlich bibbernde Gäste beim Auftaktkonzert vor der Oper. --

Brrrh. Hatten wir Glück. Saßen da in dicken Winterjacken. Aber droben auf der Bühne, da mussten die Musiker mit klammen Fingern Strauss’sche Höhenflüge auf die Saiten zaubern, die Solistinnen in schulterfreien und ärmellosen Roben sich nach dem Strauß’schen „Feuerstrom der Reben“ zitternd sehnen, und nur die Musical-Stepper durften ihre von Lambert/Morrison Kur gegen „Kalte Füße“ austoben. So sehr übrigens, dass Christoph Dittrich gar galant mit erfrischendem Trunk den Protagonisten wieder Atemholzeit für’s Finale der Nummer spendete. Der Generalintendant hatte Recht: „Wenn’s Ihnen nur um’s Herz warm wird“, kommentierte er zum Publikum die anfeuernden Melodien von der Bühne herunter.

Fast 4.000 Menschen waren zum Kaltstart in eine heiße Spielzeit gestern Abend auf den Theaterplatz gekommen. Sie hörten Ausschnitte, gewissermaßen Werbe-Trailer, aus einem extrem spannenden Programmplan für die Spielzeit 2017/18. Solisten, Chöre und die Robert-Schumann-Philharmonie unter den Dirigenten Felix Bender, Jakob Brenner und Stefan Politzka spannten den Programmbogen von Richard Wagner (noch in dieser Spielzeit kommen „Rheingold“ und „Walküre“, im nächsten Herbst dann „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ – „den ganzen Ring in einem Kalenderjahr – das ist deutschlandweit, vielleicht sogar weltweit einmalig“, kommentierte Christoph Dittrich) zu Schubrings „Emil und die Detektive“, von Verdis „Maskenball“ zu Lambert/Morrisons „Hochzeit mit Hindernissen“ und vom „Rosenkavalier“ zu „Non(n)sens“. Donizettis „Don Pasquale“ klang an, Prokofjews irr-tolle Musik zu „Romeo und Julia“, Tschaikowskys „Pique dame“, die wegen des großen Erfolgs wieder aufgenommen wird. Nur Magnus Piontek durfte etwas fremdgehen: Er sang die Arie des Fürsten Gremin aus „Eugen Onegin“, eine seiner Lieblingsarien, wie er gesteht, auch wenn sie nicht auf dem Spielplan steht. Schön war’s. Wir gönnen’s ihm…

Zu Straußens Polka „Donner und Blitz“ zum Schluss das großartige Feuerwerk über dem Opernhaus (klasse, und Dank an den Sponsor, Erwin Tragesers HTM). Da fror dann wirklich niemand mehr.

Wenn die Spielzeit so wird, wie der Beginn – toll!

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