Rund ums Theater 15. Oktober 2019

Traumwerk -"Life is but a dream"

Spielzeit im Kraftwerk: Jeffrey Goldberg & friends entführen sich und das Publikum ins Reich der Träume -

Leise tröpfeln die Töne, mit denen Jens Gagelmann mystisch leise den Abend einstimmt, von draußen, hinter den Reihen zupft streichelnd Jakub Tylman sein Cello, Sophia Maeno summt wiegenliedisch, ehe Jeffrey Goldberg an den Flügel gelangt und ganz ganz oben ein paar verhuschende Töne klimperklingen lässt. Erste Spielzeit am Montag im Kraftwerk, „besser Traumwerk“ (Sophia Maeno) in der neuen Spielzeit der Kultreihe am Fuß des Kaßbergs am Montag vor vollbesetztem Haus.

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Aus den Häusern 13. Oktober 2019

Traumhaft schön schräg

Premiere im Rückblick: Katka Kurze als Florence Foster Jenkins bejubelte Queen der falschen Töne -

Lasst mich erstmal mit der ganzen Psychologie in Ruhe, warum die Jenkins als schlechteste Sopranistin der Welt die Bühnen derselben erobert hat. Am Samstag bei der Premiere von „Glorious – Die wahre Geschichte der Florence Foster Jenkins“ beherrschte Katka Kurze als Queen der falschen Töne die Bühne, und das Publikum im vollbesetzten Schauspielhaus war aus dem Häuschen und weinte Tränen vor Lachen. Im nicht enden wollenden Beifall hielt es viele nicht auf den Sitzen…

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Aus den Häusern 04. Oktober 2019

Heimspiel


1. Sinfoniekonzert (Donnerstag): Robert-Schumann-Philharmonie eröffnet Spielzeit mit Schumann -

Richtig so. GMD Guillermo García Calvo bringt wieder einen Schumann im ersten Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit. Zu GMD Worms Zeiten war das üblich, Beermann hatte die Tradition abgeschafft. Neben der vierten (eigentlich der zweiten) Schumann-Sinfonie glänzten die Chemnitzer und der Pianist Javier Perianes  mit dem ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms, der den Schumanns viel zu verdanken hat. Heimspiel für die Philharmoniker in der über die Sommermonate leicht aufgehübschten Chemnitzer Stadthalle.

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Aus den Häusern 29. September 2019

Teuflisch gute Faust-Show


So werden die Menschen die fast vergessene Boito-Oper wieder lieben – Chemnitzer „Mefistofele“-Produktion hat Referenz-Charakter --

Es war eine der besten Produktionen der Chemnitzer Oper aus den letzten Jahren. Für Nicht-„Ring“-Fans eindeutig die herausragende. Bestimmt aber die aufwändigste. Es zischt und knallt auf der Bühne, ein Haus brennt, griechische Schönheitshelden schweben in Riesenblubbern durch die Lüfte wie Mefistofele und Faust durch Zeit und Raum. Es glitzert und blinkt, ein Riesengerüst wird himmlisch besetzt von Cherubinen, dient als Walpurgisnacht-Spielhölle mit Pokertischen, Blinkautomaten und Bikini-Mädchen, Engel tanzen Ballett. Die Bühne hebt und dreht sich, das Licht taucht Teuflisches in Rot, Himmlisches in Warmgold. Der Chor ist durch Extra- und Kinderchor ergänzt. Bisweilen sind mehr als hundert Menschen auf der Bühne – Trompeter blasen sich hoch auf dem Gerüst die Luft aus den Lungen, und drunten im Graben zaubern die Philharmoniker göttliche Flöten- und Harfentöne und teuflisches Bass- und Fagottgebrumm.  Mit geschlagenen zehn Minuten Beifall überschüttete das Publikum im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus am Samstag bei der Premiere von Arrigo Boitos „Mefistofele“ die Protagonisten dieser gigantischen Show auf der Grundlage des deutschesten aller deutschen Dramen, bearbeitet und komponiert von einem Italiener, in Szene gesetzt von einem Ungarn. Eine Referenz-Produktion. Bettina Volksdorf, gewieft sachkundige Redakteurin im Radio, wird sich verschämt die Augen reiben und ein schlechtes Gewissen kriegen, weil sie,  wie sie auf Facebook bekannte, an diesem kulturknallenden Wochenende im mdr-Land auf Halle, Dresden und Nordhausen gesetzt und, Teufel aber auch, den Mefistofele hintan gesetzt hat…

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Aus den Häusern 28. September 2019

Alle wollen die Neuen sehen


Studio-Inszenierung überbucht – Vier junge Schauspieler auf der Suche nach dem Frieden --

Der Ostflügel im Chemnitzer Schauspielhaus bot wieder einmal nicht genügend Plätze für alle Interessenten. Die Premiere der diesjährigen Studio-Inszenierung war wieder mehr als ausgebucht. Die Stücke können noch so kompliziert sein – wenn sich die vier jungen Schauspieler, jeweils neu in Chemnitz, in ihrer ersten Aufführung präsentieren, brummt das Haus. So auch am Freitagabend bei der Hacks-„Komödie“ nach Aristophanes „Der Frieden“.

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