Aus den Häusern 29. September 2019

Teuflisch gute Faust-Show


So werden die Menschen die fast vergessene Boito-Oper wieder lieben – Chemnitzer „Mefistofele“-Produktion hat Referenz-Charakter --

Es war eine der besten Produktionen der Chemnitzer Oper aus den letzten Jahren. Für Nicht-„Ring“-Fans eindeutig die herausragende. Bestimmt aber die aufwändigste. Es zischt und knallt auf der Bühne, ein Haus brennt, griechische Schönheitshelden schweben in Riesenblubbern durch die Lüfte wie Mefistofele und Faust durch Zeit und Raum. Es glitzert und blinkt, ein Riesengerüst wird himmlisch besetzt von Cherubinen, dient als Walpurgisnacht-Spielhölle mit Pokertischen, Blinkautomaten und Bikini-Mädchen, Engel tanzen Ballett. Die Bühne hebt und dreht sich, das Licht taucht Teuflisches in Rot, Himmlisches in Warmgold. Der Chor ist durch Extra- und Kinderchor ergänzt. Bisweilen sind mehr als hundert Menschen auf der Bühne – Trompeter blasen sich hoch auf dem Gerüst die Luft aus den Lungen, und drunten im Graben zaubern die Philharmoniker göttliche Flöten- und Harfentöne und teuflisches Bass- und Fagottgebrumm.  Mit geschlagenen zehn Minuten Beifall überschüttete das Publikum im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus am Samstag bei der Premiere von Arrigo Boitos „Mefistofele“ die Protagonisten dieser gigantischen Show auf der Grundlage des deutschesten aller deutschen Dramen, bearbeitet und komponiert von einem Italiener, in Szene gesetzt von einem Ungarn. Eine Referenz-Produktion. Bettina Volksdorf, gewieft sachkundige Redakteurin im Radio, wird sich verschämt die Augen reiben und ein schlechtes Gewissen kriegen, weil sie,  wie sie auf Facebook bekannte, an diesem kulturknallenden Wochenende im mdr-Land auf Halle, Dresden und Nordhausen gesetzt und, Teufel aber auch, den Mefistofele hintan gesetzt hat…

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Aus den Häusern 28. September 2019

Alle wollen die Neuen sehen


Studio-Inszenierung überbucht – Vier junge Schauspieler auf der Suche nach dem Frieden --

Der Ostflügel im Chemnitzer Schauspielhaus bot wieder einmal nicht genügend Plätze für alle Interessenten. Die Premiere der diesjährigen Studio-Inszenierung war wieder mehr als ausgebucht. Die Stücke können noch so kompliziert sein – wenn sich die vier jungen Schauspieler, jeweils neu in Chemnitz, in ihrer ersten Aufführung präsentieren, brummt das Haus. So auch am Freitagabend bei der Hacks-„Komödie“ nach Aristophanes „Der Frieden“.

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Vom Förderverein 27. September 2019

Termine für November

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Aus den Häusern 22. September 2019

Mitreißender Start in die neue Spielzeit


Warum das fast 70 Jahre alte Kammerspiel um die „12 Geschworenen“ aktueller sein kann denn je --

Carsten Knödler kann höchst zufrieden sein. Die erste Premiere in der neuen Spielzeit sah ein bis auf den letzten Platz besetztes Haus. Und am Ende prasselte heller Zustimmungs-Beifall, ein einsames Bravo dazwischen. Nicht, weil’s den anderen nicht gefallen hätte, im Gegenteil. Zu sehr war das Publikum selbst mitgerissen und angerührt von dem, was da oben auf der Bühne abgegangen war. „Gnothi seauton – erkenne Dich selbst“ stand schon vor mehr als 2000 Jahren auf dem Apollo-Tempel in Delphi. Die Zuschauer am Samstagabend erkannten sich und ihr Umfeld – in einem Stück, das fast 70 Jahre alt ist und in den 50-er Jahren erste Erfolge feierte. Der Schauspieldirektor und sein Team hatten das Gerichtsdrama von Reginald Rose und dessen deutsche Neubearbeitung von Horst Budjuhn aus den 70er Jahren so geschickt in die Jetztzeit gebracht, dass niemand unberührt blieb.

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Rund ums Theater 10. September 2019

Alle Sparten gefragt

Theater Chemnitz fleißig on tour im In- und Ausland

Nicht nur daheim, auch draußen beweisen die Künstler der fünf Sparten des Chemnitzer Theaters, was sie können. Und sie sind zunehmend überregional begehrt.

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