Aus den Häusern 12. Mai 2018

„Erinnern heißt vergessen“


Premiere im Rückblick: Im Gewinnerstück gewinnt keiner – Aber der Autor, das Ensemble und die Regisseurin werden gefeiert – Beeindruckende Uraufführung des Familiendramas „Sieben Geister“ von Sören Hornung gestern, Freitagabend, im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses --

In Unterwäsche stehen sie da am Anfang. Weiß. Lächerlich. Unterhose am Hosenträger. Die schmutzige Wäsche wird gerade gewaschen. Nach eineinhalb Stunden sind sie alle dreckverschmiert. Sie haben schmutzige Wort-Wäsche gewaschen und sind in ihre dreckige Erinnerung eingetaucht. Sie wollten sich nicht erinnern. Aber Vergessen ist kein Feinwaschmittel. Laura Linnenbaum und ein ausdruckstarkes Ensemble haben Sören Hornungs Stück „Sieben Geister“ bei der Uraufführung am Freitagabend im ausverkauften Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses zu einem starken Plädoyer dafür gemacht, wie mensch alles kaputt machen und im Dreck landen kann, wenn er seine und der anderen Gefühle nicht in gemeinsame Erfahrungen und Ziele ummünzen kann.

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Vom Förderverein 08. Mai 2018

„Vorüber! Ach vorüber!“

Spielzeit im Kraftwerk: Die jungen Musiker der Rudolf-Kempe-Akademie bieten dem „wilden Knochenmann“ Paroli – Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“ am Montag am Fuß des Kaßbergs--

Kraftwerk-Chefin Ute Kiehn-Dziuballa hatte Recht, als sie den anwesenden Konzertmeister der Robert-Schumann-Philharmonie vor vollem Haus besonders hervorhob. Hartmut Schill hatte vor mehr als 13 Jahren die Orchesterakademie der Robert-Schumann-Philharmonie mitgegründet und ist seither Mentor und mehr oder minder strenger Lehrmeister der jungen Profimusiker aus aller Herren Länder, die in Chemnitz Orchestererfahrung sammeln. Die anderen Gründer der Akademie waren die Mitglieder des Theaterfördervereins unter ihrem damaligen Vorsitzenden Karl Gerhard Schmidt. Sie unterstützen die jungen Musiker vom ersten Tag an bis heute.

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Aus den Häusern 06. Mai 2018

Aus der Traum


Premiere im Rückblick: Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus – Carsten Knödler erzählt mit großartigen Schauspielern die Geschichte vom Platzen eines ganz und gar nicht nur amerikanischen Traums --

Ausgerechnet am 200. Geburtstag von Karl Marx steht gestern, Samstag,  in Chemnitz, dem ehemaligen Karl-Marx-Stadt, Arthur Millers Abrechnung mit dem amerikanischen Traum auf dem Spielplan. Aber Schauspieldirektor Carsten Knödler lässt sich nicht zu oberflächlicher Kapitalismus-Kritik verführen – er erzählt die bedrückende Geschichte des neuproletarischen Mittelständlers Willy Loman, der als „Low Man“ an sich selbst und seinen falschen Vorstellungen von einem Glück scheitert, das keines ist, weil die Gesellschaft diktiert , was Glück sei – und das Individuum im Regen stehen lässt.

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Vom Förderverein 30. April 2018

Vormerken: Akademistenkonzert am 8. Juni

Die jungen Musiker der Rudolf-Kempe-Akademie präsentieren sich in der Jakobi-Kirche

Der Termin steht: das beliebte Konzert der Akademisten der Rudolf-Kempe-Akademie und deren Mentoren von der Robert-Schumann-Philharmonie findet am Freitag, 8. Juni 2018, 18 Uhr, in der Jakobi-Kirche in der Chemnitzer Innenstadt statt. Programm folgt. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um eine Spende gebeten.

Aus den Häusern 20. April 2018

Gott ist nicht taub. Aber es gibt ihn


8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Grandiose Orchesterwerke perfekt gespielt von der Robert-Schumann-Philharmonie unter Guillermo García Calvo ---

Morgens bei der Pressekonferenz zur neuen Spielzeit hatte er die Robert-Schumann-Philharmonie noch in höchsten Tönen gelobt und sich als glücklichen GMD eines solchen Orchesters präsentiert. Abends wusste auch der letzte Zuhörer in der recht gut besetzten Stadthalle warum. Dieses Orchester kann einfach alles. Einen außergewöhnlichen Haydn (Sinfonie 99), Strawinskys Psalmen-Himmel und Straussens Zarathustra-„Untergang“. Das Publikum war begeistert. García Calvo sichtlich gerührt darüber, wie ihn seine Musiker über Deutschlandfunk Kultur und mdr Klassik über die Äther- und Streamingwellen hinaustrugen ins Land, obwohl man nicht ihn hörte, nur was er bewirkte.

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