Aus den Häusern 17. Mai 2018

Das Wunder an der Glücksspirale

FelixKlieser07 by Maike Hel

9. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Ein Zehenvirtuose und Schwerstarbeit für das Orchester--

Er kann das Horn blasen wie ein junger Gott. Er kann auf Deutsch und Englisch und gemischt reden wie ein Buch. Aber umarmen kann er niemanden. Felix Klieser kam 1991 ohne Arme auf die Welt. Heute zählt er zu den weltbesten Hornisten. Er spielt sein Instrument mit den Zehen des linken Fußes. Zum 9. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie kam er nach Chemnitz und spielte das 1. Hornkonzert von Richard Strauss. Akrobatisch. Und musikalisch traumhaft. Das Publikum in der leider nicht voll besetzten Stadthalle war begeistert, gab auch keine Ruhe, als Claudia Zakowsky den verdienten Blumenstrauß für den Solisten – Himmel, wohin damit, kann er ja nicht zwischen die Zehen nehmen- auf dem Dirigentenpodium niederlegte. Und so jagte Felix Klieser die Noten eines Stückes aus Rossinis „Rendezvous de chasse“ mit den Zehen als Zugabe.

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Aus den Häusern 13. Mai 2018

Publikum feiert sich und schöne Stimmen

DonPasquale KirstenNijhof

Premiere im Rückblick: Nils Braun und Oliver Burkhardt bestätigen mit „Don Pasquale“ ihren Chemnitzer Casting-Sieg

Recht getan. Das Publikum im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus klopfte sich gestern, Samstagabend, virtuell auf die Schulter und kräftig in die Hände: Das junge Inszenierungsteam, das das Publikum im März 2017 zum Sieger gekürt hat, hielt, was es versprochen hatte. Es lieferte einen spritzigen, konventionellen „Don Pasquale“ ab. Stefan Politzka hielt die Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie und die Sängerinnen und Sänger mords und frisch auf Trab, Donizettis Musik klingt gut in jedem Ohr, Bühne und Kostüme boten was zum Schauen. Glücklich unbeschwerter Genuss an einem angenehmen Frühsommerabend.

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Aus den Häusern 12. Mai 2018

„Erinnern heißt vergessen“


Premiere im Rückblick: Im Gewinnerstück gewinnt keiner – Aber der Autor, das Ensemble und die Regisseurin werden gefeiert – Beeindruckende Uraufführung des Familiendramas „Sieben Geister“ von Sören Hornung gestern, Freitagabend, im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses --

In Unterwäsche stehen sie da am Anfang. Weiß. Lächerlich. Unterhose am Hosenträger. Die schmutzige Wäsche wird gerade gewaschen. Nach eineinhalb Stunden sind sie alle dreckverschmiert. Sie haben schmutzige Wort-Wäsche gewaschen und sind in ihre dreckige Erinnerung eingetaucht. Sie wollten sich nicht erinnern. Aber Vergessen ist kein Feinwaschmittel. Laura Linnenbaum und ein ausdruckstarkes Ensemble haben Sören Hornungs Stück „Sieben Geister“ bei der Uraufführung am Freitagabend im ausverkauften Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses zu einem starken Plädoyer dafür gemacht, wie mensch alles kaputt machen und im Dreck landen kann, wenn er seine und der anderen Gefühle nicht in gemeinsame Erfahrungen und Ziele ummünzen kann.

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Vom Förderverein 08. Mai 2018

„Vorüber! Ach vorüber!“

Spielzeit im Kraftwerk: Die jungen Musiker der Rudolf-Kempe-Akademie bieten dem „wilden Knochenmann“ Paroli – Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“ am Montag am Fuß des Kaßbergs--

Kraftwerk-Chefin Ute Kiehn-Dziuballa hatte Recht, als sie den anwesenden Konzertmeister der Robert-Schumann-Philharmonie vor vollem Haus besonders hervorhob. Hartmut Schill hatte vor mehr als 13 Jahren die Orchesterakademie der Robert-Schumann-Philharmonie mitgegründet und ist seither Mentor und mehr oder minder strenger Lehrmeister der jungen Profimusiker aus aller Herren Länder, die in Chemnitz Orchestererfahrung sammeln. Die anderen Gründer der Akademie waren die Mitglieder des Theaterfördervereins unter ihrem damaligen Vorsitzenden Karl Gerhard Schmidt. Sie unterstützen die jungen Musiker vom ersten Tag an bis heute.

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Aus den Häusern 06. Mai 2018

Aus der Traum


Premiere im Rückblick: Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus – Carsten Knödler erzählt mit großartigen Schauspielern die Geschichte vom Platzen eines ganz und gar nicht nur amerikanischen Traums --

Ausgerechnet am 200. Geburtstag von Karl Marx steht gestern, Samstag,  in Chemnitz, dem ehemaligen Karl-Marx-Stadt, Arthur Millers Abrechnung mit dem amerikanischen Traum auf dem Spielplan. Aber Schauspieldirektor Carsten Knödler lässt sich nicht zu oberflächlicher Kapitalismus-Kritik verführen – er erzählt die bedrückende Geschichte des neuproletarischen Mittelständlers Willy Loman, der als „Low Man“ an sich selbst und seinen falschen Vorstellungen von einem Glück scheitert, das keines ist, weil die Gesellschaft diktiert , was Glück sei – und das Individuum im Regen stehen lässt.

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