Aus den Häusern 17. März 2019

Auf der Straße der Sehnsucht

Premiere im Rückblick: Ein polnisches Regieteam bringt Fellinis italienische „Strada“ auf die Chemnitzer Bühne --

Am Ende holen sich alle den verdienten Applaus ab, die Schauspieler aufgereiht an der Rampe.  Das polnische Leitungsteam steht bescheiden ganz am Rand. Schaut wie aus Distanz auf die Chemnitzer Schauspieler, die eben das Lied von der unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Glück gesprochen und gespielt haben. Bezeichnende Geste. Als kühler, nachdenklicher Betrachter von außen hat Robert Czechowski mit eindrucksstarken, eher symbolischen, fast holzschnittartigen Bildern des Italieners Fellini lebenspralle, von allen unglücklichen Leidenschaften der Verhältnisse, die leider so sind, erfüllte Welt auf der „Strada“ auf die Schauspielhausbühne übertragen. Das Premierenpublikum gestern, Samstagabend, war angetan von der kühlen Ostsonnen-Sicht ohne südländisches Flirren.

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Aus den Häusern 15. März 2019

Fröhlicher Frühling, charmanter Chef

7. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Lawrence Foster begeistert Musiker und Publikum --

Orchesterdirektor Raimund Kunze hatte gut lachen. Lawrence Foster, der Gastdirigent des 7. Sinfoniekonzerts der Robert-Schumann-Philharmonie in der gut besetzten Stadthalle, hatte wieder wie am Mittwoch alle für sich eingenommen. Volltreffer. Selten haben wir die Musiker beim Beifall so fröhlich gesehen, Lächeln und Lachen im Gesicht. Und dem Publikum gab Foster nicht nur eine fröhlich romantische Frühlingsshow vom Besten, sondern auch gern Gehörtes mit nach Hause.

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Aus den Häusern 03. März 2019

Chemnitz first. Berlin muss warten


Premiere im Rückblick: Starke Uraufführung des Musicals „Drachenherz – kein Platz für Helden“ gestern, Samstag, im Chemnitzer Opernhaus --

Ein bisschen neidisch schaute gestern früh die B.Z., die größte Berliner Lokalzeitung, nach Chemnitz. Die Studenten der Universität der Künste Berlin präsentierten das neue, extra für sie von Peter Lund und Wolfgang Böhmer geschriebene Musical „Drachenherz – kein Platz für Helden“ nicht wie üblich zuerst in der Neuköllner Oper, sondern in Chemnitz. Aber das Blatt tröstete seine Leser: „Berlin bekommt die Produktion später auch zu sehen. Sie lohnt, schon wegen der hinreißenden Darsteller.“ Letzteres stimmt. Die Chemnitzer (und die aus Berlin mitgereisten Fan-Kollegen und neu gewonnene Freunde) fanden die neun Protagonisten toll und beklatschten bei der Premiere im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus, nicht nur am Ende, begeistert.

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Aus den Häusern 15. Februar 2019

Zum Dahinschmelzen. (Die Gletscher nicht)


6. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Bruch fürs Herz, Strauss für die Sinne --

Vom ersten Ton an griff der junge, knapp 26-jährige kanadische Geiger Timothy Chooi den Zuhörern ans Herz. Zum Hinschmelzen schön spielte er Bruchs 1., das bekannteste, Violinkonzert. Die Alpengletscher lassen sich nicht so leicht rühren: Vor der donnergewaltigen Musik von Richard Strauss scheinen sie gleichsam zu erstarren, zumindest in den Bildern von Tobias Melle, die auf der Großleinwand gleichzeitig gezeigt wurden. Die Stadthalle war auch am Donnerstag wieder fast voll besetzt. Das Publikum jubelte dem Geiger zu und dankte enthusiastisch der Robert-Schumann-Philharmonie unter GMD Guillermo García Calvo.

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Aus den Häusern 03. Februar 2019

Manchmal geht der Zauber flöten


Premiere im Rückblick: Regisseur Michael Schilhan sucht mit vielen bunten Bildern in Mozarts „Zauberflöte“ den Weg zu Vernunft, Weisheit und Natur  --

Langer, skandierender Beifall am Ende: Dem Publikum im ausverkauften Chemnitzer Opernhaus hat die Premiere der „Zauberflöte“ am Samstag gefallen. Regisseur Michael Schilhan versucht in vielen bunten Bildern zu erklären, was eigentlich hinter der Geschichte von Tamino und Pamina, Papageno und Papagena, der Königin der Nacht und dem Sonnenherrscher Sarastro stecken soll: die Suche nach Weisheit und Vernunft. Er lässt viel reden (mehr als im Textbuch steht) und mit Piktogrammen (Juli Gudehus) gibt er uns immer wieder Hinweise mit dem Zaunpfahl, worum es gerade geht: um Freiheit, Gleichheit, Würde, und was sich Mozarts Freimaurer sonst noch alles auf die Fahnen geschrieben haben sollen. Die Eule der Athene oder der Minerva, ganz wie Sie wollen, hier allgegenwärtige Animation (Michael Bachhofer) vom ersten Vorhang an, ist seit Altgriechen- und Altrömerzeiten der Vogel der Weisheit. Die Illuminaten haben sie zu ihrem Symbol gemacht, die Freimaurer sie geliebt. Wir haben es verstanden…

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