Aus den Häusern 15. Juni 2018

Heimspiel.


10. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: „Non (?) plus ultra“ --

Guillermo García Calvo ist Spanier. Und GMD in Chemnitz. In der Stadthalle prangt an der Stirnseite überdimensional das spanische Wappen. Auf den Pulten der Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie liegen spanische Kompositionen. Der Gitarrist ist Spanier. Gute Voraussetzungen für ein Heimspiel des GMD. Das Non plus ultra? Nein. Dazu gehören die Fans. Sie, die Menschen in der wiederum sehr gut besetzten Stadthalle, treiben die Spieler lautstark nach vorn, immer weiter. Wollen Zugaben. Kriegen sie. Zwei vom Solisten, eine vom ganzen Orchester. García Calvo strahlt. Heimspiel. Heimsieg in Sachsen. Schon nach einer Spielzeit. Und dann gibt’s auch noch ein sächsisches Zuckerl oben drauf. Dresden will mehr Geld für Kultur locker machen. Die Musiker und die anderen Theaterleute sollen, hört man am Nachmittag, ordentlich bezahlt werden – ab 2019 zum Flächentarif zurückkehren. Besser kann das letzte Heimspiel der Saison nicht laufen…

weiterlesen »
Aus den Häusern 03. Juni 2018

Chemnitzer Champagnermaus


Premiere im Rückblick: GMD Guillermo García Calvo dirigiert einen sprudelnden Strauß – Johannes Pölzgutter zeigt aber auch den Rotkäppchen-Piccolöchen-Alltag hinter der Dom-Perignon-Wunschfassade --

Champagner und Chemnitz – das will in der Stadt, in der das Geld verdient wird, das man anderswo mit vollen Händen ausgibt, nicht so recht zusammenpassen. Außer beim Opernball. Oder wenn Fürst Orlofsky zum Souper lädt. Der Wien-erfahrene Chef Guillermo García Calvo und der gebürtige Wiener Regisseur Johannes Pölzgutter ließen alle Rotkäppchen-Alltags-Piccolöchen vergessen und machten aus der neue „Fledermaus“ eine Chemnitzer Champagnermaus. Das Publikum im nahezu ausverkauften Chemnitzer Opernhaus gestern, Samstag, war begeistert, auch wenn es den Edel-Schampus Dom Perignon nur auf der Bühne gab.

weiterlesen »
Aus den Häusern 17. Mai 2018

Das Wunder an der Glücksspirale

FelixKlieser07 by Maike Hel

9. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Ein Zehenvirtuose und Schwerstarbeit für das Orchester--

Er kann das Horn blasen wie ein junger Gott. Er kann auf Deutsch und Englisch und gemischt reden wie ein Buch. Aber umarmen kann er niemanden. Felix Klieser kam 1991 ohne Arme auf die Welt. Heute zählt er zu den weltbesten Hornisten. Er spielt sein Instrument mit den Zehen des linken Fußes. Zum 9. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie kam er nach Chemnitz und spielte das 1. Hornkonzert von Richard Strauss. Akrobatisch. Und musikalisch traumhaft. Das Publikum in der leider nicht voll besetzten Stadthalle war begeistert, gab auch keine Ruhe, als Claudia Zakowsky den verdienten Blumenstrauß für den Solisten – Himmel, wohin damit, kann er ja nicht zwischen die Zehen nehmen- auf dem Dirigentenpodium niederlegte. Und so jagte Felix Klieser die Noten eines Stückes aus Rossinis „Rendezvous de chasse“ mit den Zehen als Zugabe.

weiterlesen »
Aus den Häusern 13. Mai 2018

Publikum feiert sich und schöne Stimmen

DonPasquale KirstenNijhof

Premiere im Rückblick: Nils Braun und Oliver Burkhardt bestätigen mit „Don Pasquale“ ihren Chemnitzer Casting-Sieg

Recht getan. Das Publikum im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus klopfte sich gestern, Samstagabend, virtuell auf die Schulter und kräftig in die Hände: Das junge Inszenierungsteam, das das Publikum im März 2017 zum Sieger gekürt hat, hielt, was es versprochen hatte. Es lieferte einen spritzigen, konventionellen „Don Pasquale“ ab. Stefan Politzka hielt die Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie und die Sängerinnen und Sänger mords und frisch auf Trab, Donizettis Musik klingt gut in jedem Ohr, Bühne und Kostüme boten was zum Schauen. Glücklich unbeschwerter Genuss an einem angenehmen Frühsommerabend.

weiterlesen »
Aus den Häusern 12. Mai 2018

„Erinnern heißt vergessen“


Premiere im Rückblick: Im Gewinnerstück gewinnt keiner – Aber der Autor, das Ensemble und die Regisseurin werden gefeiert – Beeindruckende Uraufführung des Familiendramas „Sieben Geister“ von Sören Hornung gestern, Freitagabend, im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses --

In Unterwäsche stehen sie da am Anfang. Weiß. Lächerlich. Unterhose am Hosenträger. Die schmutzige Wäsche wird gerade gewaschen. Nach eineinhalb Stunden sind sie alle dreckverschmiert. Sie haben schmutzige Wort-Wäsche gewaschen und sind in ihre dreckige Erinnerung eingetaucht. Sie wollten sich nicht erinnern. Aber Vergessen ist kein Feinwaschmittel. Laura Linnenbaum und ein ausdruckstarkes Ensemble haben Sören Hornungs Stück „Sieben Geister“ bei der Uraufführung am Freitagabend im ausverkauften Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses zu einem starken Plädoyer dafür gemacht, wie mensch alles kaputt machen und im Dreck landen kann, wenn er seine und der anderen Gefühle nicht in gemeinsame Erfahrungen und Ziele ummünzen kann.

weiterlesen »

Förderverein der Städtischen Theater Chemnitz e.V. | Käthe-Kollwitz-Straße 7 | 09111 Chemnitz | Telefon: 0371 / 24 08 14 68 | info@theaterfoerderverein-chemnitz.de