Aus den Häusern 12. Mai 2018

„Erinnern heißt vergessen“


Premiere im Rückblick: Im Gewinnerstück gewinnt keiner – Aber der Autor, das Ensemble und die Regisseurin werden gefeiert – Beeindruckende Uraufführung des Familiendramas „Sieben Geister“ von Sören Hornung gestern, Freitagabend, im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses --

In Unterwäsche stehen sie da am Anfang. Weiß. Lächerlich. Unterhose am Hosenträger. Die schmutzige Wäsche wird gerade gewaschen. Nach eineinhalb Stunden sind sie alle dreckverschmiert. Sie haben schmutzige Wort-Wäsche gewaschen und sind in ihre dreckige Erinnerung eingetaucht. Sie wollten sich nicht erinnern. Aber Vergessen ist kein Feinwaschmittel. Laura Linnenbaum und ein ausdruckstarkes Ensemble haben Sören Hornungs Stück „Sieben Geister“ bei der Uraufführung am Freitagabend im ausverkauften Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses zu einem starken Plädoyer dafür gemacht, wie mensch alles kaputt machen und im Dreck landen kann, wenn er seine und der anderen Gefühle nicht in gemeinsame Erfahrungen und Ziele ummünzen kann.

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Aus den Häusern 06. Mai 2018

Aus der Traum


Premiere im Rückblick: Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus – Carsten Knödler erzählt mit großartigen Schauspielern die Geschichte vom Platzen eines ganz und gar nicht nur amerikanischen Traums --

Ausgerechnet am 200. Geburtstag von Karl Marx steht gestern, Samstag,  in Chemnitz, dem ehemaligen Karl-Marx-Stadt, Arthur Millers Abrechnung mit dem amerikanischen Traum auf dem Spielplan. Aber Schauspieldirektor Carsten Knödler lässt sich nicht zu oberflächlicher Kapitalismus-Kritik verführen – er erzählt die bedrückende Geschichte des neuproletarischen Mittelständlers Willy Loman, der als „Low Man“ an sich selbst und seinen falschen Vorstellungen von einem Glück scheitert, das keines ist, weil die Gesellschaft diktiert , was Glück sei – und das Individuum im Regen stehen lässt.

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Aus den Häusern 20. April 2018

Gott ist nicht taub. Aber es gibt ihn


8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Grandiose Orchesterwerke perfekt gespielt von der Robert-Schumann-Philharmonie unter Guillermo García Calvo ---

Morgens bei der Pressekonferenz zur neuen Spielzeit hatte er die Robert-Schumann-Philharmonie noch in höchsten Tönen gelobt und sich als glücklichen GMD eines solchen Orchesters präsentiert. Abends wusste auch der letzte Zuhörer in der recht gut besetzten Stadthalle warum. Dieses Orchester kann einfach alles. Einen außergewöhnlichen Haydn (Sinfonie 99), Strawinskys Psalmen-Himmel und Straussens Zarathustra-„Untergang“. Das Publikum war begeistert. García Calvo sichtlich gerührt darüber, wie ihn seine Musiker über Deutschlandfunk Kultur und mdr Klassik über die Äther- und Streamingwellen hinaustrugen ins Land, obwohl man nicht ihn hörte, nur was er bewirkte.

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Aus den Häusern 19. April 2018

Das wird eine spannende Spielzeit 2018/19


Programm steht – „Ring“ komplett – Knödler macht „Faust II“ - Viele Highlights - Sinfoniekonzerte in der neuen Spielzeit auch donnerstags schon 19 Uhr--

Guillermo García Calvo ging nicht gleich zur Tagesordnung über, der Vorstellung des neuen Programms. Zuerst müsse er ein „Bekenntnis“ ablegen: Er sei „total fasziniert“ von seinem Team. Die Robert-Schumann-Philharmonie sei „wahnsinnig motivierend“ und er selbst sei „unglaublich stolz“ auf sein Orchester, auf den Chor und die Solisten. Die Journalisten, die heute, Donnerstag, zur Pressekonferenz mit der Vorstellung für die neue Spielzeit gekommen waren, spürten die Begeisterung des Generalmusikdirektors, der heute Abend wieder gefordert ist: Gleich zwei Rundfunkanstalten (Deutschlandfunk Kultur und mdr Klassik) übertragen „sein“ Konzert mit Haydn, Strawinsky und Strauss.

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Aus den Häusern 15. April 2018

Getanzter Rausch der Farben


Premiere im Rückblick: Fantastischer Ballettabend gestern im Chemnitzer Opernhaus mit Prokofjews „Romeo und Julia“--

Ohne Zweifel: das war die fantastischste und erfolgreichste Ballettpremiere der vergangenen Jahre: der italienische Regisseur und Choreograf Luciana Cannito hat seine vielgepriesene Produktion von „Romeo und Julia“ aus Palermo (2008) nach Chemnitz gebracht. Das Publikum im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus war aus dem Häuschen. Opernliebling Guibee Yang postete verzückt gleich im Anschluss auf Facebook: „Es war soooooooo fantastisch!!!!!! Die Premiere Romeo und Julia♥️ Ich war so begeistert!!!! Nicht verpassen! Es stimmt alles! Tolle Musik, tolle Tänzern, tolle Choreografie und tolle Energie.. Danke für den so superschönen Abend!!!!“

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