Aus den Häusern 25. März 2018

Kalt wie Feuer


Premiere im Rückblick: Monique Wagemakers macht in der „Walküre“ alles anders als Verena Stoiber im „Rheingold“, sahnt aber genauso viel Beifall ab --

Die Erwartungen waren hoch: würde Monique Wagemakers in der „Walküre“ am Samstag im voll besetzten Chemnitzer Opernhaus Verena Stoibers vielgelobte Arbeit mit dem „Rheingold“-Auftakt toppen können? Die Antwort vornweg: Sie machte alles anders als ihre Kollegin. Aber das Publikum, darunter Landtagspräsident Matthias Rössler, applaudierte schlussendlich genauso euphorisiert. Im Parkett standen Zuschauer sogar klatschend auf.

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Aus den Häusern 18. März 2018

Die Erde ist die Hölle, der Teufel schwebt oben, der Meister kriegt sein russisches Gretchen, und Pilatus wäscht seine Hände für alle Ewigkeiten

Premiere im Rückblick: Malte Kreutzfeldts Weltspektakel nach Bulgakows russischem „Faust“ in Chemnitz --

Am Ende haucht das russische Gretchen Margita zu ihrem Meister: „Hörst Du die Stille“? Da war (im Video) gerade die Atombombe hochgegangen. Für den Text, den Sie hier lesen, brauchen Sie keine fünf Minuten. Das Stück dauert (mit Pause) mehr als drei Stunden. Die Erklärungsversuche für Michail Bulgakows Kultroman „Meister und Margarita“, dem Plot für Malte Kreutzfeldts Adaption, füllen Bände. Soviel Zeit haben wir nicht. Machen wir’s kurz. Angesichts der Atombombe und der Angst davor ist alles Menschendenken und -tun eh nur noch komisch. Und grotesk.

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Aus den Häusern 16. März 2018

„Spiegel meiner Seele“


7. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Unkonventioneller Schumann und Ovationen im Stehen für einen Brahms. Und was Chemnitz sonst noch damit zu tun hat.--

Die Robert-Schumann-Philharmonie spielt Schumann: immer wieder große Vorfreude. Die Stadthalle an beiden Abenden gut gefüllt. Die Chemnitzer Musiker kennen ihren Namenspatron. Das spricht für wegweisende Interpretationen. Wenn alle mitmachen. Der Bach-Spezialist Martin Stadtfeld, 37, aber hat seine ganz eigene Sicht auf das, was er spielt. Und er weicht keinen Millimeter davon ab: „Ich kann nur das wiedergeben, was in mir ist. Was ich spiele, ist ein Spiegel meiner Seele. Mit Extravaganz hat das nichts zu tun,“ sagte er vor zehn Jahren in einem Interview vor seinem Konzert in Chemnitz.

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Aus den Häusern 09. Februar 2018

Standing ovations für die Robert-Schumann-Philharmonie

6. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Ein Abend rund um Ravel – Warum García Calvo mit dem Komponisten Ärger bekäme -

Guillermo García Calvo, seit dieser Spielzeit Generalmusikdirektor in Chemnitz, weiß, wie man das Publikum packt. Hatte er schon mit dem „Amerikaner in Paris“ und dem „Bolero“ nach der Pause zwei todsichere Beifallsfabriken dirigiert, riss er mit der Zugabe, einem Stück aus seinem Heimatland Spanien, die vielen Menschen (deutlich mehr als sonst) in der Stadthalle geradezu von den Sitzen. Bescheiden nahm Calvo die Beifallsstürme entgegen, drehte sich zum Konzertmeister, drückte ihn herzlich. Der überraschte Hartmut Schill wusste gar nicht, wohin mit der Geige. Aber der Maestro wusste genau, warum er dem (Konzert-)Meister stellvertretend für dessen Kollegen so herzlich dankte.  Die Robert-Schumann-Philharmonie hatte nach dem einhelligen Lob bei der (auch überregionalen) Kritik für das „Rheingold“ schon wieder, und auf einem ganz anderen Feld, eine große Ernte eingefahren. Dieses Orchester ist auf der Konzertbühne genauso gut wie im Orchestergraben. García Calvo hat sein Dream-Team gefunden. Mit der Robert-Schumann-Philharmonie kann er Triumphe feiern.

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Aus den Häusern 04. Februar 2018

Mutig

Neckschnacksch, die Rheintöchter v.l.: Sophia Maeno (Floßhilde), Guibee Yang (Woglinde), Sylvia Rena Ziegler (Wellgunde), Jukka Rasilainen (Alberich) -- Foto: Kirsten Nijhof

Premiere im Rückblick: Chemnitzer Oper startet mit einem unkonventionellen „Rheingold“ in den neuen „Ring“ zum Stadtjubiläum –

Das hat das nationale und internationale Publikum in Chemnitz nicht erwartet: Die Oper überrascht gleich mit dem „Vorabend zu dem Bühnenweihfestspiel“ und kehrt alle konservativen Wagner-Bilder in den Orkus des grellhellen Ausbeuter-Nibelheims. Die goldhaarigen Rheintöchter „Wagalaweia! Wallala, weiala weia!“ schwingen nackert an Rhein-Lianen, Gold wandelt sich in Amazon-Schrott, der Ring wandert ritscheratsche mit abgeschnittenem Finger an die Hand des neuen, vorübergehenden Besitzers. Der, im Spiegel noch Herr einer Welt, die er aus seinem Kinosessel heraus längst nicht mehr versteht, hat am Ende gerade noch die Macht, das falsche „l“ in Wallhall auszuixen, dann verschwindet er hinter der Mauer (Erinnern Sie sich an Erich H.:? „…wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben“). Sein 1989 ist nicht weit. Die Götterdämmerung scheint herauf.

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