Aus den Häusern 28. April 2019

Teuflisch, teuflisch


Premiere im Rückblick: Die Chemnitzer Oper gräbt eine Operette von Franz von Suppé aus, die später auch an der Volksoper Wien gespielt wird – Gestern war Premiere im ausverkauften Chemnitzer Opernhaus --

Jeder, der nicht nur auf Heavy Metal steht, kennt die Suppé-Melodien aus den Operetten „Leichte Kavallerie“, „Die schöne Galathée“ oder „Dichter und Bauer“. Doch ein Stück des Vaters der Operette (ja, noch vor Johann Strauß), Franz von Suppé, kannten selbst Fachleute nicht. Das sollte sich zum 200. Geburtstag des Komponisten, der sich vor wenigen Tagen, am 18. April, jährte, ändern. Die Oper Chemnitz und die Volksoper Wien beschlossen eine Koproduktion von „Der Teufel auf Erden“. Alexander Kuchinka machte sich über den Text her und fasste ihn neu, Jakob Brenner kümmerte sich um die richtigen Töne und gab den Männern, was den Männern ist (nur Männerchor in der Kaserne) und den Frauen, was deren Sache ist (Nonnenkloster). Für gemischte Chöre blieb in der Hölle oder beim Opernball genügend Raum. Kein Mensch auf der Bühne oder im Graben hatte die Operette vorher gesungen, gespielt oder dirigiert. Leistung. Die dreistündiger Neuproduktion hatte gestern, Samstag, im ausverkauften Chemnitzer Opernhaus, Premiere.

weiterlesen »
Aus den Häusern 26. April 2019

Die Geschichten kleiner und großer Helden

Theater Chemnitz stellt den Spielplan für 2019/2020 vor – Große Romantik und ganz viel Moderne --

Gundula Hoffmann, Chefin des Chemnitzer Figurentheaters, stellt ihre neue Spielzeit unter das Motto „Die Geschichten kleiner und großer Helden“. Das Motto könnte über dem ganzen Spielplan 2019/2020 der Theater Chemnitz stehen, das am Freitagmittag vorgestellt wurde. In fast alle Sparten spielt das Nachdenken über die gesellschaftlichen Brüche nach den Chemnitzer August-Ereignissen hinein. Direkt oder indirekt.

weiterlesen »
Aus den Häusern 12. April 2019

Glemser glänzt

8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Liszts 2. Klavierkonzert endlich auch in Chemnitz zu erleben --

Das virtuose zweite Klavierkonzert von Franz Liszt steht nicht oft auf den Programmzetteln. Es ist „pianistisch wirklich sehr, sehr schwer“, gestand der italienische Pianist Francesco Piemontesi einmal. Für Bernd Glemser, den jugendlich wirkenden, 57-jährigen Tastenzauberer, kein Problem. Er war schon Professor, da hatte er noch nicht mal sein Examen an der Musikhochschule abgeschlossen – dafür 17 Wettbewerbe in der ganzen Welt in Folge gewonnen, einsamer Weltrekord! Raimund Kunze, der Orchesterdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie mit einem feinen Gespür für überraschende Momente durch Künstler und Literatur, wollte Glemser haben. Und der wollte mit den Chemnitzern ausgerechnet das zweite Liszt-Konzert spielen. So kamen mehr als 2.000 Besucher der Stadthalle am Mittwoch und Donnerstag in den Genuss eines selten live erlebten Spitzenwerks der Klavierkonzertliteratur.

weiterlesen »
Aus den Häusern 07. April 2019

Auf Spitzen in der Erfolgsspur


Erste Repertoire-Vorstellung „Schwanensee“: Wieder ist das Publikum hellauf begeistert --

Nach jeder Vorstellung würden die Tänzerinnen am liebsten auf allen Vieren die Treppen zur Garderobe hochkraxeln: Sie sind kaputt. Aber sie haben alles gegeben. Spitze getanzt – in jeder Hinsicht. Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, die gern Unkonventionelles wagt („Die Moderne geht baden“ im Stadtbad, das Festival Tanz|Moderne|Tanz), gestaltet mit dem Choreografen-Kollegen Eno Peçi (einem Albaner, der in Wien an der Staats- und Volksoper arbeitet) einen Ballettabend, der alle begeistert: die Tutu-Traditionalisten wie die Today-Tanzenthusiasten. Nach der von Presse und Publikum gefeierten Premiere am 29. März im Chemnitzer Opernhaus waren die Besucher auch von der zweiten Aufführung am Samstag begeistert und aus dem Häuschen.  Das Parkett stand, und der Beifall des ganzen Hauses brandete minutenlang.

weiterlesen »
Aus den Häusern 17. März 2019

Auf der Straße der Sehnsucht

Premiere im Rückblick: Ein polnisches Regieteam bringt Fellinis italienische „Strada“ auf die Chemnitzer Bühne --

Am Ende holen sich alle den verdienten Applaus ab, die Schauspieler aufgereiht an der Rampe.  Das polnische Leitungsteam steht bescheiden ganz am Rand. Schaut wie aus Distanz auf die Chemnitzer Schauspieler, die eben das Lied von der unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Glück gesprochen und gespielt haben. Bezeichnende Geste. Als kühler, nachdenklicher Betrachter von außen hat Robert Czechowski mit eindrucksstarken, eher symbolischen, fast holzschnittartigen Bildern des Italieners Fellini lebenspralle, von allen unglücklichen Leidenschaften der Verhältnisse, die leider so sind, erfüllte Welt auf der „Strada“ auf die Schauspielhausbühne übertragen. Das Premierenpublikum gestern, Samstagabend, war angetan von der kühlen Ostsonnen-Sicht ohne südländisches Flirren.

weiterlesen »

Förderverein der Städtischen Theater Chemnitz e.V. | Käthe-Kollwitz-Straße 7 | 09111 Chemnitz | Telefon: 0371 / 24 08 14 68 | info@theaterfoerderverein-chemnitz.de