Aus den Häusern 28. Januar 2018

Himbeertoni

Premiere im Rückblick: „Der dressierte Mann“ – gelungener Komödienspaß am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus –

Nein, den Schluss verraten wir nicht. Dann wäre den Besuchern der kommenden Aufführungen die Spannung genommen. Das werden viele sein. Die Aufführungen sind nahezu ausverkauft. Das Publikum wird sich schlapp lachen, soviel können wir schon verraten, so wie die Besucher der Premiere am Samstagabend im vollen Chemnitzer Schauspielhaus, darunter OB Barbara Ludwig. Sofort rhythmischer Beifall am Schluss vom ganzen Haus. Gibt’s nicht jeden Tag. Genauso wenig wie Spaß auf der ganzen Linie. Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Vor allem nicht, wenn sich die Geschlechter in die Quere kommen. Und Weiber*) zu Hyänen werden, und der Mann sich zum „Himbeertoni“ schlappt wie dereinst Götz George für den Schimanski (2001). Hat er selbst gesagt.

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Aus den Häusern 12. Januar 2018

Der junge Wilde und die Leidenschaft eines Erfahrenen


5. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Warum dieser Abend trotz der Absage von Christian Zacharias im Gedächtnis haften bleiben wird --

Ausnahmen müssen sein. Eigentlich soll sich der Kritiker damit beschäftigen, was er hört, und wie das, was geboten wird, beim Publikum ankommt. Aber dieser Abend verdient einen Blick hinter die Kulissen. Weil er zeigte, was für ein fantastisches Orchester die Robert-Schumann-Philharmonie ist. Und wie perfekt sie mit Extremsituationen fertig wird. Und wie aus der Not eine Tugend werden kann, die das Publikum in der gut besetzten Chemnitzer Stadthalle am Ende stehend mit Jubel feierte.

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Aus den Häusern 20. Dezember 2017

Ein Fest unter Freunden

Konzert gestern im Opernhaus: Seit 25 Jahren ist die Welt der Oper wieder am Theaterplatz daheim --

Auf den Tag genau nach 25 Jahren feierte die Chemnitzer Oper ihr Haus mit einem Festkonzert. Am 19. Dezember 1992 hatte sich zum ersten Mal nach einem vierjährigen Umbau wieder der Vorhang gehoben – damals für „Parsifal“, gestern für ein buntes Programm mit Opern-Highlights. Mit dabei viele, die damals schon verantwortlich dabei waren, Rolf Stiska etwa, der Generalintendant, und Michael Heinicke, dessen langjähriger Operndirektor. Sie drückten unzählige Hände: „Schön, Sie gesund wiederzusehen“.

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Aus den Häusern 08. Dezember 2017

So lieben wir die Russen


4. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Die Stadthalle steht kopf – Drei russische Komponisten und ein in Moskau geborener Solist stürmisch gefeiert --

Spektakulär, aber kein Spektakel: das vierte Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie hat die Besucher in der gut besetzten Stadthalle begeistert. Auf den Pulten lagen russische Kompositionen. Boris Giltburg, der Solist ist in Moskau geboren und in Israel aufgewachsen. Die Chemnitzer Musiker spielten unter dem spanischen Chef Guillermo García Calvo, als hätten sie selbst eine russische Seele. Und in den Ohren der Zuhörer  - wer früher in der DDR gelebt hat, war klar im Vorteil – wubbelten bekannte Ohrwürmer mehr oder minder bekannte Melodien. Und wer im Westen groß wurde, fragte sich, wer hat den von wem welche Filmmusik geklaut oder abgekupfert? Der hörte Chaplin und Musical-Swing. Und Klezmer. Alles nicht so wichtig: die Krone des Abends gebührt Boris Giltburg.

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Aus den Häusern 03. Dezember 2017

So schön, dass die Augen schwitzen


Premiere im Rückblick: Guillermo García Calvo dirigiert zum ersten Mal als Generalmusikdirektor im Graben – Wiedersehen mit Arila Siegert – Umjubelter „Maskenball“ gestern in Chemnitz --

Nachmittags auf der Pressekonferenz zum „Ring“ 2018 hatte er noch von diesem „großartigen“ Orchester geschwärmt, es als eines der „besten Wagner-Orchester“ hoch gelobt. Jetzt zeigte García Calvo bei seinem ersten Auftritt als GMD im Orchestergraben, dass die Robert-Schumann-Philharmonie auch Verdi und Italienità kann. Arila Siegert, die in Chemnitz vor Helmich bestechende Arbeiten abgeliefert hat (Freischütz, Eugen Onegin), inszenierte den „Maskenball“ als spannende Geschichte, perfekt bis ins letzte Detail, verliebt in alle (Gefühls-)kontraste, die Verdi zum aufwühlenden Libretto von Antonio Somma komponiert hat. Ein sprechendes Bühnenbild, ein auch Choreografisch geforderter Chor und beeindruckend gute Sänger – kein Wunder, dass das Publikum am Samstagabend im voll besetzten Opernhaus die Aufführung minutenlang bejubelte.

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