Aus den Häusern 25. November 2017

Vom Sinn der Sinnlosigkeit


Premiere im Rückblick: Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ bringt Carsten Knödler eine schrille Collage in den Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses. Warum uns die „Verrückten“ von dereinst auch hundert Jahre später noch was zu sagen haben… --

Wenn es endlich ein Stück für die „Stadt der Moderne“ gibt, das wie die Faust aufs Auge passt, dann dieses. Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ hat Carsten Knödler, Chemnitzer Schauspieldirektor, eine szenische Collage erfunden und gestern in den ausverkauften Ostflügel des Schauspielhauses gebracht, die in schrillen Bildern akzentuiert, warum Kunst manchmal sinnfrei scheinen muss, damit auch der letzte Normalo erkennt, dass so weiterzumachen wie bisher, manchmal keinen Sinn hat.

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Aus den Häusern 16. November 2017

Auf den Leib geschneidert, in die Finger komponiert


3. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Glänzend aufgelegte Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender spielt Bartók, als ob der sein Konzert für Orchester für die Chemnitzer geschrieben hätte --

Normalerweise zieren die Programmhefte der Robert-Schumann-Philharmonie bei Sinfoniekonzerten den oder die Solisten. Diesmal prangte Felix Bender auf dem Titel. Zu Recht. Nicht weil er am selben Tag in der „Opernwelt“ für die Wahl zum Dirigenten des Jahres nominiert wurde („Wow, was für eine tolle und unglaubliche Überraschung! … Ich bin begeistert und sprachlos“, kommentierte er auf Facebook). Der 1. Kapellmeister der Robert-Schumann-Philharmonie und stellvertretende GMD brillierte an diesem Abend mit „seinem“ Orchester, an dessen Pult er von der neuen Spielzeit an nur als Gast stehen wird.

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Aus den Häusern 12. November 2017

Spitze im Dschungel


Premiere im Rückblick: Begeisterter Beifall für Ashley Lobos Ballett „Das Dschungelbuch“ gestern, Samstag, im Chemnitzer Opernhaus --

Was für ein prächtiger Einstand für Sabrina Sadowska, seit dieser Spielzeit Ballettchefin in Chemnitz! Für die erste Premiere unter ihrer alleinigen Leitung hatte sie den Inder Ashley Lobo mit Choreografie und Inszenierung von „Das Dschungelbuch“ nach Rudyard Kipling gewonnen. Und einen Glücksgriff getan. Lobo und das Ballett Chemnitz wurden von den ganz Jungen und den Älteren bei der Premiere am Samstagabend im nicht voll besetzten Opernhaus begeistert gefeiert. Hauschoreograf Reiner Feistel, der im Publikum saß, wird neidlos anerkannt haben: Diese getanzte Geschichte des kleinen Mowgli ließ niemanden ungerührt.

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Aus den Häusern 07. November 2017

Wiedersehen macht Freude

Der ehemalige Akademist Alexander Lesch als Solist des Familienkonzerts am Sonntag im Opernhaus --

Er hat uns viel Freude gemacht. Alexander Lesch, der Hahn im Korb der AkademistInnen 2015/2016, hat eine große Karriere vor sich. Jetzt kommt er als Solist für einen Gastauftritt nach Chemnitz zurück und sitzt nicht mehr zwischen seinen Kollegen von der Robert-Schumann-Philharmonie, sondern steht davor und spielt den „Herbst“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Das Programm des 2. Familienkonzerts am kommenden Sonntag, 12. November 2017, im Opernhaus hat aber auch noch sonst noch Flottes zu bieten.

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Aus den Häusern 01. November 2017

Walpurgisnacht an Halloween


Repertoire (Vorstellung am 31. Oktober 2017): Carsten Knödlers Chemnitzer „Faust“ zieht nach wie vor die Massen an --

Spannend. Du hast die Premiere verpasst. Klar, Du hast Dir reingezogen, was die Medien darüber berichtet haben. Du kannst nicht vergleichen, aber Du willst Dir selbst ein Bild machen. Also der „neue“ Chemnitzer „Faust“ im Repertoire als Wiederaufnahme (der „alte“ stammt von 1976). Ausgerechnet am 31. Oktober 2017. Reformationstag. 500-Jahre-Jubeltag. „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Die Walpurgisnacht ausgerechnet an Halloween mit den „abergläubischen, heidnischen und höchst tadelnswerten Riten, die gegen den gesunden Menschenverstand, die guten Sitten und die christliche Religion“ verstoßen (John M. Wilson, 1852). Und dann hast Du auch noch erst kürzlich „Homo Faber“ gesehen. Den Wissenschafts-Toren Faberfaust Philipp Otto, das unschuldig schuldige Sabethgretchen Seraina Leuenberger, den Urwaldblocksbergverführer Henckemephisto Dirk Glodde, die allwissend alles zulassende Hannaherrgott Susanne Stein.

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