Aus den Häusern 12. April 2019

Glemser glänzt

8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Liszts 2. Klavierkonzert endlich auch in Chemnitz zu erleben --

Das virtuose zweite Klavierkonzert von Franz Liszt steht nicht oft auf den Programmzetteln. Es ist „pianistisch wirklich sehr, sehr schwer“, gestand der italienische Pianist Francesco Piemontesi einmal. Für Bernd Glemser, den jugendlich wirkenden, 57-jährigen Tastenzauberer, kein Problem. Er war schon Professor, da hatte er noch nicht mal sein Examen an der Musikhochschule abgeschlossen – dafür 17 Wettbewerbe in der ganzen Welt in Folge gewonnen, einsamer Weltrekord! Raimund Kunze, der Orchesterdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie mit einem feinen Gespür für überraschende Momente durch Künstler und Literatur, wollte Glemser haben. Und der wollte mit den Chemnitzern ausgerechnet das zweite Liszt-Konzert spielen. So kamen mehr als 2.000 Besucher der Stadthalle am Mittwoch und Donnerstag in den Genuss eines selten live erlebten Spitzenwerks der Klavierkonzertliteratur.

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Aus den Häusern 07. April 2019

Auf Spitzen in der Erfolgsspur


Erste Repertoire-Vorstellung „Schwanensee“: Wieder ist das Publikum hellauf begeistert --

Nach jeder Vorstellung würden die Tänzerinnen am liebsten auf allen Vieren die Treppen zur Garderobe hochkraxeln: Sie sind kaputt. Aber sie haben alles gegeben. Spitze getanzt – in jeder Hinsicht. Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, die gern Unkonventionelles wagt („Die Moderne geht baden“ im Stadtbad, das Festival Tanz|Moderne|Tanz), gestaltet mit dem Choreografen-Kollegen Eno Peçi (einem Albaner, der in Wien an der Staats- und Volksoper arbeitet) einen Ballettabend, der alle begeistert: die Tutu-Traditionalisten wie die Today-Tanzenthusiasten. Nach der von Presse und Publikum gefeierten Premiere am 29. März im Chemnitzer Opernhaus waren die Besucher auch von der zweiten Aufführung am Samstag begeistert und aus dem Häuschen.  Das Parkett stand, und der Beifall des ganzen Hauses brandete minutenlang.

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Aus den Häusern 17. März 2019

Auf der Straße der Sehnsucht

Premiere im Rückblick: Ein polnisches Regieteam bringt Fellinis italienische „Strada“ auf die Chemnitzer Bühne --

Am Ende holen sich alle den verdienten Applaus ab, die Schauspieler aufgereiht an der Rampe.  Das polnische Leitungsteam steht bescheiden ganz am Rand. Schaut wie aus Distanz auf die Chemnitzer Schauspieler, die eben das Lied von der unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Glück gesprochen und gespielt haben. Bezeichnende Geste. Als kühler, nachdenklicher Betrachter von außen hat Robert Czechowski mit eindrucksstarken, eher symbolischen, fast holzschnittartigen Bildern des Italieners Fellini lebenspralle, von allen unglücklichen Leidenschaften der Verhältnisse, die leider so sind, erfüllte Welt auf der „Strada“ auf die Schauspielhausbühne übertragen. Das Premierenpublikum gestern, Samstagabend, war angetan von der kühlen Ostsonnen-Sicht ohne südländisches Flirren.

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Aus den Häusern 15. März 2019

Fröhlicher Frühling, charmanter Chef

7. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Lawrence Foster begeistert Musiker und Publikum --

Orchesterdirektor Raimund Kunze hatte gut lachen. Lawrence Foster, der Gastdirigent des 7. Sinfoniekonzerts der Robert-Schumann-Philharmonie in der gut besetzten Stadthalle, hatte wieder wie am Mittwoch alle für sich eingenommen. Volltreffer. Selten haben wir die Musiker beim Beifall so fröhlich gesehen, Lächeln und Lachen im Gesicht. Und dem Publikum gab Foster nicht nur eine fröhlich romantische Frühlingsshow vom Besten, sondern auch gern Gehörtes mit nach Hause.

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Aus den Häusern 03. März 2019

Chemnitz first. Berlin muss warten


Premiere im Rückblick: Starke Uraufführung des Musicals „Drachenherz – kein Platz für Helden“ gestern, Samstag, im Chemnitzer Opernhaus --

Ein bisschen neidisch schaute gestern früh die B.Z., die größte Berliner Lokalzeitung, nach Chemnitz. Die Studenten der Universität der Künste Berlin präsentierten das neue, extra für sie von Peter Lund und Wolfgang Böhmer geschriebene Musical „Drachenherz – kein Platz für Helden“ nicht wie üblich zuerst in der Neuköllner Oper, sondern in Chemnitz. Aber das Blatt tröstete seine Leser: „Berlin bekommt die Produktion später auch zu sehen. Sie lohnt, schon wegen der hinreißenden Darsteller.“ Letzteres stimmt. Die Chemnitzer (und die aus Berlin mitgereisten Fan-Kollegen und neu gewonnene Freunde) fanden die neun Protagonisten toll und beklatschten bei der Premiere im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus, nicht nur am Ende, begeistert.

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