Aus den Häusern 07. Oktober 2018

Heym kommt heim


Premiere im Rückblick: Im Figurentheater erzählen der junge Flieg und der alte Heym aus ihrem Leben, und was sie über das Leben denken --

In Videos aus dem Alltag kommentieren die vier Puppenspieler ihr Leben, ihr Leben in der Stadt Chemnitz, ihr Leben zu einer Zeit, in der so viel von Angst zu lesen ist. Und dann spielen sie wieder. Lassen den jungen Helmut Flieg (so hieß der 1913 in Chemnitz geborene Heym eigentlich) und den alten Stefan Heym (so nannte er sich nach der Emigration nach Prag, um seine jüdische Familie in Deutschland zu schützen) heimkehren in die Geburtsstadt. Und wie weiland im epischen Theater gehen uns durch die fremden Schnipsel die Augen auf: Die Wahrheit liegt hinter dem, was offensichtlich scheint. Uns geht’s gold. Wenn wir das Leben in die Hand nehmen. Und uns rechtzeitig „einmischen“.  Damit die Braunen nicht (wieder) die Oberhand gewinnen…

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Aus den Häusern 04. Oktober 2018

Überragend


1. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Ungewöhnlicher aber begeisternder Saisonauftakt – Jakub Tylman fasziniert Publikum und Kollegen --

Das war nicht gerade ein Auftakt as usual für die neue Konzertsaison der Robert-Schumann-Philharmonie: Gleich zwei zeitgenössische Werke in der ersten Hälfte, kein Schumann, kein GMD am Pult. Aber es war eines der interessantesten Saisonauftaktkonzerte, das wir je gehört haben. Zu verdanken ist das in erster Linie Jakub Tylman, dem Solocellisten der Robert-Schumann-Philharmonie, der zusammen mit seinen Kollegen das irre schwierige Lutosławski-Konzert zu einem Erlebnis für alle Sinne machte.

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Aus den Häusern 30. September 2018

Wie der tumbe Tor durch Liebe das Fürchten lernt


Premiere im Rückblick: „Siegfried“ – Viel Beifall für große Stimmen und ein Inszenierungsteam, das auch Buh-Rufe einstecken muss --

Nun also der dritte Abend der zweiten Wagner-Tetralogie nach dem großen Wurf von Heinicke/Bellach zur Jahrtausendwende. Zum Stadtjubiläum (875 Jahre) in Chemnitz sollen es die Frauen richten: Verena Stoiber hatte mit „Rheingold“ einen eher unkonventionellen „modernen“ Vorabend für das Bühnenfestspiel gestaltet, Monique Wagemakers eine nachdenkliche „mystische“ "Walküre". Sabine Hartmannshenn wählte wiederum einen ganz anderen Ansatz: Sie erzählt „Siegfried“ als das Märchen vom tumben Toren (ja, Wolframs, nicht unbedingt Wagners Parzival ist da nicht weit), der furchtlos Bären erlegt, aber vor der Liebe das Fürchten lernt und dadurch „Mensch“ wird, sagen wir besser: erwachsen, den Göttern gewachsen. Ohne Buh-Rufe ging es auch bei der Premiere am Samstag im vollbesetzten Opernhaus nicht ab: einhellige Zustimmung aber wiederum für Dirigent, Orchester und Sänger.

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Aus den Häusern 23. September 2018

Faust II: Arbeit? Wohlstand? Schönheit?


Premiere im Rückblick: Jetzt ist der komplette „Faust“ im Chemnitzer Schauspielhaus zu sehen - Nach dem Erfolg mit dem ersten Teil hat Schauspieldirektor Carsten Knödler nun auch den zweiten Teil des Goetheschen Mammutwerks auf die Bühne gebracht --

Unter die Besucher der Premiere von Faust II im vollbesetzten Chemnitzer Schauspielhaus hatte sich am Samstagabend auch OB Barbara Ludwig gemischt. Sie wird sich ihre Gedanken gemacht haben über den Zustand der Gesellschaft, der Regierung und der Parteien. Kein großer Unterschied zu dem, was bei Goethe anklingt. Vielleicht kam ihr aber auch Max Klingers Wandbild im Stadtverordnetensaal des Rathauses in den Sinn. Arbeit, Wohlstand, Schönheit – Faust zwo interessiert das nicht. Und die vielen Fausts mit und um uns.

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Aus den Häusern 22. September 2018

Fake news. Wir selber auch?


Premiere im Rückblick: Studioinszenierung „Die vier Himmelsrichtungen“ – Tolles Ensemble in einem (verw)irren(den) Stück --

Der eine hat kein Gesicht, der andere zwei Zungen. Die dritte sagt wahr, aber kennt die Wahrheit nicht. Und der vierten wachsen die Medusenhaare als Tumor im Kopf. Skurrile Einfälle, Worthülsen, Poesie und Blabla, Typen, die nicht reden, sondern sich in dritter Person erzählen, Wiederholungen ohne Ende – so irre kommt Roland Schimmelpfennigs 52-Episoden-Stück „Die vier Himmelsrichtungen“ daher, das vor sieben Jahren bei den „Salzburger Festspielen“ uraufgeführt wurde. Fake news. Träume platzen wie Seifenblasen. Ein Toter steht wieder auf. Himmel, bei einem solchen Plot brauchst Du Super-Schauspieler. Das Schauspiel Chemnitz hat sie. Das Publikum bei der Premiere am Freitag im ausverkauften Ostflügel war begeistert von den vier jungen Schauspielern, die dieses Jahr das Chemnitzer Schauspielstudio bilden. Von „Studenten“ reden wir seit gestern nicht mehr. Das wären Fake news, obwohl sie es offiziell noch sind.

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