Aus den Häusern 04. Oktober 2020

Heimkehr


Operngala im Chemnitzer Opernhaus am Tag der Einheit

Endlich wieder. Das Opernhaus geöffnet. Orchester und Sänger auf der Bühne. Doch noch keine Oper, nur Ausschnitte. Und zur Gala fehlt in Corona-Zeiten auch einiges. Kein Chor, das Orchester keine 40 Mann und Frau, soviel erste Geigen wie Hörner, im Foyer keine Gruppen von schönen Menschen in Smoking und Abendkleid, sondern Zweiertische. Mundnasenschutz allüberall. Und doch: alle 320, die Einlass erhalten hatten (Kapazität sonst mehr als 700), waren froh am Samstag über diesen Anfang im Opernhaus, der sich nach eine halben Jahr Abstinenz wie eine Heimkehr anfühlte. Und sie beklatschten das Versprechen des Generalintendanten und Moderators des Abends, Christoph Dittrich: „Wir erobern uns jeden Zentimeter zurück!“

Ein ansprechendes Programm stellte Christoph Dittrich vor, am Tag der deutschen Einheit mit Komponisten quer durch Europa – Mozart, Wagner, Donizetti, Bizet, Tschaikowsky, Pablo Luna, mit Bekanntem und eher Unbekanntem – „Figaro“, „Tannhäuser“, aber auch „La Wally“ (Catalani), „Die Feen“ (Wagner), und eine Arie aus einer Zarzuela, einer spanischen „Operette“ von Pablo Luna.  

Die beiden Spanier am Pult, der GMD Guillermo García Calvo und sein (neuer) erster Kapellmeister Diego Martin-Etxebaria warteten mit einer exklusiven Solistenriege auf – darunter die „alten“ Lieblinge aus dem Ensemble (Maraike Schröter, Tatiana Larina, Marie Hänsel, Andreas Beinhauer, Magnus Piontek, Stéphanie Müther), aber auch Siyabonga Maqungo, der gern für die Gala nach Chemnitz zurückgekommen war („Das werde ich Herrn Barenboim nie vergessen, dass er uns diesen Sänger mit Herz an die Berliner Staatsoper abgeworben hat“ – Christoph Dittrich) und dessen jungen Nachfolger Thomas Kiechle. Und auch Marlen Bieber war dabei, sogar mit einer Sektflasche zum Schwipslied aus der „Nacht in Venedig“: Die Sängerin ist Mitglied des „lang ersehnten“ (Dittrich), ausgerechnet in Corona-Zeiten Wirklichkeit gewordenen neuen Opernstudios.


Gelungener Anfang. Und irgendwann wird’s auch mal wieder große Oper geben. Zum Beispiel jene „Carmen“, die im März noch die hohe Erwartung schürende Generalprobe erlebte, ehe Corona den Premierenvorhang unten ließ…

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