Rund ums Theater 28. Mai 2019

Zufall und Zukunft


Spielzeit im Kraftwerk: Die Rudolf-Kempe-Akademisten der Robert-Schumann-Philharmonie glänzen im Kraftwerk --

Sie haben sich durch Zufall in der Rudolf-Kempe-Akademie als Ensemble gefunden. Aber sie werden nach dieser Spielzeit in Zukunft wohl nie mehr in dieser Besetzung zusammen musizieren. Schade. Sumin Lee, Minjin Kim (Geigen), Kyoungjie Kim (Bratsche) und Ricarda Roelcke (Cello) haben einen Haydn (Streichquartett op. 76,1) abgeliefert, der so fröhlich engagiert, aber auch so harmonisch aufeinander abgestimmt klang, als spielten die jungen Musikerinnen schon Jahre zusammen. Zukunft haben sie alle, wenn auch vielleicht nicht zusammen. Das mittlerweile verwöhnte Kaßberg-Publikum bei der „Spielzeit im Kraftwerk“ am Montagabend war hellauf begeistert.

Eigentlich lernen die jungen Musiker in dem Chemnitzer Jahr, sich in ein großes Orchester einzufügen. Sie spielen große Sinfoniekonzerte in der Stadthalle und hochkarätige Opern im Graben mit. Aber der Mentor der jungen Musiker, Konzertmeister Hartmut Schill (klar, dass er seine Schützlinge am Montag nicht allein ließ), weiß, das Kammermusik wie eine Keimzelle für die später einmal große Pflanze sinfonischen Zusammenspiels ist. Jahr für Jahr beweist es sich wieder, wie Recht er hat.

So auch am Montagabend. Dieses Haydn-Quartett, das so leicht daherkommt, hat seine Tücken. Schnelle Unisono-Läufe, eine kleine Violinkonzert-Serenade im dritten und einen sehr langsamen zweiten Satz, der starken Ausdruck und tiefes musikalisches Empfinden verlangt. Haben die jungen Wilden alles gebracht. Kompromisslos jagend (knallend manchmal) die Ecksätze, mit starkem Ausdruck im Adagio, wo ein Achtel fast solang ist wie ein ganzer Takt im ersten Satz.



Zuvor hatte Philip Usselmann in York Bowens auswendig gespielter Hornsonate op. 101 gezeigt, wie runder Hörnerklang noch so aufwendige Klavierbrillanz (wunderbare Begleiterin: Iva Návratová) in den Schatten stellen kann (in dem er ganz bescheiden stand…). Gut, dass das Instrumenten-Spektrum der Rudolf-Kempe-Akademie ausgeweitet wurde (bisher gehörten ihr nur Streicher an). Vom tiefsten Brumm bis zum gedämpften Handstop: Usselmann beherrscht sein schwieriges (hörten wir wieder bei der Fidelio-Premiere) Instrument. Ein Genuss.

Einmal spielen die jungen Musiker noch zusammen: beim traditionellen Spielzeitabschlusskonzert am 21. Juni, 18 Uhr, in der Jakobikirche – für das das Konzert am Montag eine Art Generalprobe gewesen sein dürfte. Das Programm wird auch in der Jakobikirche die Zuhörer begeistern.

Die Musiker der Rudolf-Kempe-Akademie und deren Vorgänger werden von Beginn an vom Theaterförderverein mit Hilfe von Sponsoren unterstützt. Er hat für die Zukunft jetzt dafür auch ein Patenschaftsprogramm aufgelegt und bittet um Mithilfe.

Das nächste Konzert im Rahmen Spielzeit im Kraftwerk findet am 17. Juni 2019, 18 Uhr, statt.

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