Rund ums Theater 15. Oktober 2019

Traumwerk -"Life is but a dream"

Spielzeit im Kraftwerk: Jeffrey Goldberg & friends entführen sich und das Publikum ins Reich der Träume -

Leise tröpfeln die Töne, mit denen Jens Gagelmann mystisch leise den Abend einstimmt, von draußen, hinter den Reihen zupft streichelnd Jakub Tylman sein Cello, Sophia Maeno summt wiegenliedisch, ehe Jeffrey Goldberg an den Flügel gelangt und ganz ganz oben ein paar verhuschende Töne klimperklingen lässt. Erste Spielzeit am Montag im Kraftwerk, „besser Traumwerk“ (Sophia Maeno) in der neuen Spielzeit der Kultreihe am Fuß des Kaßbergs am Montag vor vollbesetztem Haus.

Die Musiker von Theater und Robert-Schumann-Philharmonie wollte mit ihrem Publikum träumen, durch musikalische und gesprochene Traumwelten wandern. Menschen aus dem Publikum erzählten ihre Träume – von Toni Kroos in der Nationalmannschaft, vom Bus, der in Südamerika startet und plötzlich auf dem Kaßberg hält, von der helfenden Hand im Gebirge, die von Jesus kommt…

Die Musiker improvisierten, schufen esoterisch träumerische Klangwelten mit Stimmen (Maeno und Gagelmann), Gongs und einer selbst gebastelten Glasharfe (Gagelmann). Die „Träumerei“ von Schumann fehlte nicht (Goldberg), Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (Maeno) führte zurück aus der Traum- in die wirkliche Welt, ehe sich Jakub Tylman und Jeffrey Goldberg in Faurés Grau-Wach-Situation „Après un rêve“ der schönen Erinnerung hingaben.

Wunderbare träumeische Klänge von vier ganz unterschiedlichen Musiken, die innerlich miteinander schwangen. Das Publikum, darunter der frühere kommissarische GMD Felix Bender,  wollte begeistert eine Zugabe – aber der Traum war vorbei. Die Woche hat begonnen, der Alltag. Aber dieses Traumwerk hat „viel Kraft gegeben, zumindest mir“, wie Ute Kiehn-Dziuballa, immer noch aktive Ex-Kraftwerk-Chefin, gestand. Es ging vielen so…  

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