Überregional 30. August 2018

Gegen Hass und Hetze. Für Vielfalt und Toleranz


Nicht nur reden. Haltung zeigen. Die Theater Chemnitz tun es

Chemnitz will Kulturhauptstadt werden. Mit Kultur hat das, was in Chemnitz gegenwärtig abgeht, nichts zu tun. Noch nicht einmal vier Prozent der Bevölkerung (und unter den 9.000 Demons am Montag waren viele eingeflogene Krawallmacher) sorgten für negative Schlagzeilen über Chemnitz. Weltweit. Wenn Chemnitz noch europäische Kulturhauptstadt werden will, muss die Stadt zeigen, dass sie nicht Nazihochburg ist, sondern dass sie Nazis mit aller Kraft bekämpft. Wie niemand sonst. Dass sie weltoffen ist. Dass sie Kultur lebt und nicht Randale. Sie muss Haltung zeigen. Zeigen! Führende Theaterleute haben das getan. Stellvertretend auch für all die, die keine Möglichkeit haben, ihr brodelndes Herz auszuschütten, weil sie unschuldig schuld sein sollen, nur weil sie Chemnitzer sind. Der Theaterförderverein steht hinter den Bekenntnissen der Theaterleute:

FÜR VERNUNFT UND DISKURSOFFENHEIT – GEGEN HASS UND GEWALT

Die Mitarbeiter der Theater Chemnitz sind erschüttert und distanzieren sich von den jüngsten, unfassbaren Ereignissen in Chemnitz. Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen des Opfers vom Sonntagmorgen in der Chemnitzer Innenstadt.

Die Theater Chemnitz stehen für Weltoffenheit, Humanismus und Vielfalt und lehnen entschieden gewaltverherrlichende, menschenverachtende Strömungen ab. Am Chemnitzer Theater sind Künstler vieler Nationalitäten beschäftigt, die besorgt auf die Entwicklung der vergangenen Tage schauen. Wir wollen, dass Chemnitz für diese Mitarbeiter und alle Bürger eine Stadt der Diskursoffenheit ist und bleibt, die den Titel Kulturhauptstadt verdienen kann – mit einer Kultur, die Respekt im Miteinander lebt.

Dr. Christoph Dittrich
Generalintendant
Städtische Theater Chemnitz gGmbH
für die Mitarbeiter der Theater Chemnitz


FÜR TOLERANZ, WELTOFFENHEIT UND FREIHEIT

Die schreckliche Tat und die nachfolgenden Ereignisse haben den Start in die neue Spielzeit überschattet. Ein Menschenleben wurde durch Gewalt beendet. Ich bin mit meinen Gedanken bei den Hinterbliebenen.

Als Spanier bin ich in Chemnitz wie auch in Wien und an vielen anderen Orten ein Ausländer. Vor dem Hintergrund der Ereignisse um die Messerstecherei auf dem Chemnitzer Stadtfest möchte ich daran appellieren, dass wir alle fremd sind - überall, wo wir hinkommen. So sollten wir uns anderen gegenüber so verhalten, wie wir es uns wünschen würden, in der Fremde aufgenommen zu werden.
Musiker und Künstler können nicht die Welt retten, aber wir haben ein Mittel, das hilft: die Musik. Wenn wir Musik in der Oper oder im Konzert aufführen, zeigt sie uns den Weg eines Miteinanders, denn sie verbindet, sie ist eine Sprache, die jeder von uns versteht. Und dies erhoffe ich mir für Chemnitz: eine Verbindung zu schaffen durch Musik und Kultur in der Hoffnung, Grenzen zu überwinden, Freude, Hoffnung, Liebe und Trost zu schenken.

Ich glaube an die Kraft unserer gemeinsamen Arbeit zum Wohle der Gesellschaft - für Toleranz, Weltoffenheit und Freiheit! Wir möchten mehr denn je mit unseren unterschiedlichen Lebenswegen und Herkunftsorten ein deutliches Zeichen des respektvollen Umgangs im Miteinander setzen. Unsere Arbeit soll helfen, Risse zu kitten und ein Miteinander herzustellen.

Guillermo García Calvo,
Generalmusikdirektor der Städtischen Theater Chemnitz



STAND UP! DANCE WITH US!

Chemnitz is more than all those horrible things which happened during the last few days! We, the BALLET CHEMNITZ, we are 27 artist from all over the world! 19 Nationalities from Europa, Asia, North and South America and Australia! We all work and live in Chemnitz for a community to respect each other's dignity, liberty and personality beyond of confession, race or nationality! Stand up! Dance with us! We want a world of diversity, liberty of thoughts and respect. Stop violance, crime and manipulation. I prefer to be a Maverick but no Sheep!

Today we contributed parts of EPISODE 31 from Alexander Ekman to the open space of Chemnitz. Thanks to Fernando Troya and Artgenossen to give Chemnitz a different touch!

Sabrina Sadowska,
Ballettdirektorin der Städtischen Theater Chemnitz




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