Aus den Häusern 08. Oktober 2015

Goethe kopflos, Lenz unterm Arm. Und Kant spinnt auch.


Premiere im Rückblick: Vier junge Schauspielstudenten proben den Irrsinn, Mensch zu sein – Lenz.Festung.Ich im Ostflügel. Heiß!

Vier junge Menschen wollen Schauspieler werden. Sie studieren. Sind so klug als wie zuvor. Lernen Monologe, um zu zeigen, was sie können. Dann kommen sie nach Chemnitz. Und spielen Dada. Ich vor der Natur, vor dem Weltall , vor Gott. Eine Festung? Ein Witz? Der Mensch ein Tragikomiker? Die Studio-Inszenierung erlebte am Donnerstag die wahrscheinlich intellektuellste, aber auch irrwitzigste Premiere der Spielzeit. Kathrin Brune hat Lenz ausgeweidet. Aber beileibe nicht kastriert wie der seinen „Hofmeister“.

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Aus den Häusern 04. Oktober 2015

Des Meeres und der Lüge Wellen

Premiere im Rückblick: Carsten Knödler eröffnet die neue Spielzeit im Chemnitzer Schauspielhaus mit Molière.

Der Kapitän übernahm zu Beginn der neuen Spielzeit gleich selbst das Ruder. Schauspieldirektor Carsten Knödler führte selbst Regie und holte zur Premiere am Samstag Puderperücke Molière (1622-1673) als Gast auf die Yacht in der auf drei Sitzreihen ausgedehnten, vergrößerten Bühne (Bühne: Frank Hänig). So sollte der „Menschenfeind“ im feudalen Salon auch den Leuten in den billigeren Kabinen des Parketts seine Wahrheiten entgegenschleudern können. Tat er. Der Effekt? Gluck, gluck, weg war’n sie – am Ende hatten sich die meisten Protagonisten – platsch! (Ton: herrlich präzise Sebastian Mansch) - in der Lüge Wellen ersäuft. Der Wahrheits-Enzykliker Alceste träumte davon, dass er ein Vöglein wär‘. Wenn auch keine Lügenkreisch-Möwe. Célimène wurde vom Lügen-Meer ausgespuckt. Und das Publikum ging nach einem fröhlichen Abend beschwingt an Land gen heimatliches Wohnzimmer, um die paar Lügen abzuarbeiten, die zum (wissenschaftlich erforschten) Kanon von 200 täglichen Lügen bei Dir und mir noch fehlten…

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Vom Förderverein 24. September 2015

Unbedingt vormerken: AkademistInnen-Matinee am 22. November


Die Akademisten der Robert-Schumann-Philharmonie stellen sich vor und sagen Danke: 22. November 2015, 10.30 Uhr, Opernhaus, Rangfoyer

Toll! So früh wie noch nie erleben wir unsere Akademisten in dieser Spielzeit hautnah. Nicht erst im Januar, sondern schon am 22. November stellen sie sich den Fragen von Mentor Hartmut Schill, plaudern aus ihrem Leben und zeigen, was sie musikalisch drauf haben.

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Rund ums Theater 22. September 2015

Fünf machen ein ganzes Orchester


Furioser Start in die neue "Spielzeit im Kraftwerk" mit einem Dvořák-Streichquintett

Wahrscheinlich sucht Spielzeit-Initiator Jakub Tylman die Programme raus. Egal, zum Auftakt der neuen Spielzeit im Kraftwerk in Chemnitz gab’s wieder seinen Landsmann Dvořák. Besser konnte es gar nicht losgehen. Das Streichquintett op. 77 ist einfach grandios. Und das am Montagabend, einfach so, zur Freude der Kaßberger – ein Stück fetziger Musik, eher Sinfonie als Kammermusik.

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Aus den Häusern 20. September 2015

Der helle Wahnsinn

Premiere im Rückblick: Die Chemnitzer Oper startet mit schönen Stimmen in „Lucia di Lammermoor“ in die neue Spielzeit.

Die Callas, die Netrebko – alle sind sie dem Wahn verfallen. Keine Sopranistin von Rang, die nicht Lucia sein wollte, nicht den hineinkomponierten Beifall für die Wahnsinnsarie absahnen wollte. In Chemnitz genoss ihn bei der Premiere von Donizettis „Lucia di Lammermoor“ am Samstag zu Recht die Rumänin Valentina Farcas. Diese paar Minuten Musik (ohne einen einzigen Huster im nicht ganz ausverkauften Haus) lohnen allein den Besuch der ersten großen Oper der neuen Spielzeit. Schöne Stimmen, schöne Musik, eine ungemein präzispräsente Robert-Schumann-Philharmonie unter dem gleich agilen und sensiblen Felix Bender (neuerdings mit Bart) im Graben – da ist leicht zu verschmerzen, dass sich Helen Malkowsky für die Regie mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben muss.

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