Aus den Häusern 04. Oktober 2015

Des Meeres und der Lüge Wellen

Premiere im Rückblick: Carsten Knödler eröffnet die neue Spielzeit im Chemnitzer Schauspielhaus mit Molière.

Der Kapitän übernahm zu Beginn der neuen Spielzeit gleich selbst das Ruder. Schauspieldirektor Carsten Knödler führte selbst Regie und holte zur Premiere am Samstag Puderperücke Molière (1622-1673) als Gast auf die Yacht in der auf drei Sitzreihen ausgedehnten, vergrößerten Bühne (Bühne: Frank Hänig). So sollte der „Menschenfeind“ im feudalen Salon auch den Leuten in den billigeren Kabinen des Parketts seine Wahrheiten entgegenschleudern können. Tat er. Der Effekt? Gluck, gluck, weg war’n sie – am Ende hatten sich die meisten Protagonisten – platsch! (Ton: herrlich präzise Sebastian Mansch) - in der Lüge Wellen ersäuft. Der Wahrheits-Enzykliker Alceste träumte davon, dass er ein Vöglein wär‘. Wenn auch keine Lügenkreisch-Möwe. Célimène wurde vom Lügen-Meer ausgespuckt. Und das Publikum ging nach einem fröhlichen Abend beschwingt an Land gen heimatliches Wohnzimmer, um die paar Lügen abzuarbeiten, die zum (wissenschaftlich erforschten) Kanon von 200 täglichen Lügen bei Dir und mir noch fehlten…

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Vom Förderverein 24. September 2015

Unbedingt vormerken: AkademistInnen-Matinee am 22. November


Die Akademisten der Robert-Schumann-Philharmonie stellen sich vor und sagen Danke: 22. November 2015, 10.30 Uhr, Opernhaus, Rangfoyer

Toll! So früh wie noch nie erleben wir unsere Akademisten in dieser Spielzeit hautnah. Nicht erst im Januar, sondern schon am 22. November stellen sie sich den Fragen von Mentor Hartmut Schill, plaudern aus ihrem Leben und zeigen, was sie musikalisch drauf haben.

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Rund ums Theater 22. September 2015

Fünf machen ein ganzes Orchester


Furioser Start in die neue "Spielzeit im Kraftwerk" mit einem Dvořák-Streichquintett

Wahrscheinlich sucht Spielzeit-Initiator Jakub Tylman die Programme raus. Egal, zum Auftakt der neuen Spielzeit im Kraftwerk in Chemnitz gab’s wieder seinen Landsmann Dvořák. Besser konnte es gar nicht losgehen. Das Streichquintett op. 77 ist einfach grandios. Und das am Montagabend, einfach so, zur Freude der Kaßberger – ein Stück fetziger Musik, eher Sinfonie als Kammermusik.

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Aus den Häusern 20. September 2015

Der helle Wahnsinn

Premiere im Rückblick: Die Chemnitzer Oper startet mit schönen Stimmen in „Lucia di Lammermoor“ in die neue Spielzeit.

Die Callas, die Netrebko – alle sind sie dem Wahn verfallen. Keine Sopranistin von Rang, die nicht Lucia sein wollte, nicht den hineinkomponierten Beifall für die Wahnsinnsarie absahnen wollte. In Chemnitz genoss ihn bei der Premiere von Donizettis „Lucia di Lammermoor“ am Samstag zu Recht die Rumänin Valentina Farcas. Diese paar Minuten Musik (ohne einen einzigen Huster im nicht ganz ausverkauften Haus) lohnen allein den Besuch der ersten großen Oper der neuen Spielzeit. Schöne Stimmen, schöne Musik, eine ungemein präzispräsente Robert-Schumann-Philharmonie unter dem gleich agilen und sensiblen Felix Bender (neuerdings mit Bart) im Graben – da ist leicht zu verschmerzen, dass sich Helen Malkowsky für die Regie mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben muss.

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Vom Förderverein 17. September 2015

Akademisten: Jetzt sind sie alle in Chemnitz

Alexander Lesch ist Hahn im Korb

Immer mehr junge Damen drängen in die Sinfonieorchester. Letzte Spielzeit waren auch alle vier Akademisten der Robert-Schumann-Philharmonie junge Damen. Diesmal hat sich auch ein junger Mann durchgesetzt: Der Geiger Alexander Lesch kann sich wie der Hahn im Korb fühlen.

Die Akademisten sind nun alle in Chemnitz. Heute Nachmittag ist Generalprobe angesagt. Die jungen Profis können gleich zeigen, was sie können. Das sind die vier Neuen:

Alexander Lesch (1. Violine) ist 21 Jahre alt, kommt aus Halle. Seit 2000 hat er Violinunterricht, seit 2012 studiert er an der HMT Leipzig.

Die Salzburgerin Maria Holzer-Graf (2. Violine), geboren 1992, begann ihre musikalische
Ausbildung 1997, studierte von  2010-2013 an der Universität Mozarteum Salzburg und seit 2013 an der HMT Leipzig.

Anežka Ferencová (Viola) wurde 1991 in Prag geboren. Sie hat zunächst Grafik-Design studiert und parallel dazu das Konservatorium Pilsen besucht. Seit 2013 Studium an der Hochschule für Musik in Dresden.

Byung-Hye Yu (Cello) hat zwar koreanische Wurzeln, aber sie ist in 1990 Deutschland geboren. Die Grundschule hat sie in Süd-Korea besucht, das Gymnasium dann wiederum in Deutschland. Seit September 2009 studiert sie an der Hochschule für Musik in Dresden.

Wir freuen uns auf die vier jungen Musiker und wünschen ihnen und ihren Mentoren viel Erfolg!

Die Orchester-Akademie der Robert-Schumann-Philharmonie wird vom Theaterförderverein finanziert. Jeweils vier junge Musiker lernen Praxis in einem großen Orchester auf dem Podium und im Graben. Die Robert-Schumann-Philharmonie hat sich für viele von ihnen als hervorragendes Sprungbrett in eine Orchesterkarriere erwiesen.

Förderverein der Städtischen Theater Chemnitz e.V. | Käthe-Kollwitz-Straße 7 | 09111 Chemnitz | Telefon: 0371 / 24 08 14 68 | info@theaterfoerderverein-chemnitz.de